Indianercamp zwischen Hochhäusern
Rauch liegt über Tenever. Kinder mit bemalten Gesichtern und Federn im Haar schießen mit Pfeil und Bogen auf imaginäre Büffel und in der Ferne sieht man die Spitzen zweier Tipis. “Was ist hier los”, dachten sich sicherlich einige Leute in der Zeit vom 31. Juni bis zum 4. August 2006. Des Rätsels Lösung: Auf dem Kinderbauernhof am Osterholzer Deich in Tenever fand das diesjährige Sommercamp statt. Und wie unschwer zu erkennen, ging es dieses Jahr um Indianer, genauer gesagt um die “Tenever Indianer”. Der Kinderbauernhof hatte in dieser Sommerferienwoche nicht allein seine Finger im Spiel. Wie in jedem Jahr waren weitere Einrichtungen wie St. Petri Horthaus, Alkoholfreies Jugendcafe, Fit Point, Mütterzentrum, Spielhaus und die Mütterzentrum/Initiativgruppe “handicap” Partner des St. Petri Kinderbauernhofes Tenever. Ein umfangreiches Programm und die Möglichkeit die Nacht auf der Kinder- und Jugendfarm in echten Indianerzelten zu verbringen, lockte auch dieses Jahr eine Menge Kinder zum Osterholzer Deich. Die ca. 50 Kinder und 20 Erwachsenen die täglich den Hof besuchten, egal ob es regnete oder die Sonne schien, konnten nicht nur mit den Tieren eine Menge erleben, sondern auch an den verschiedensten Bastel-, Werk- und Erlebnisangeboten teilnehmen. Täglich gab es Spaziergänge mit Schafen, Ziegen, den beiden Schweinen Rosi und Lola, oder den Minieseln Madras und Momo. So hatten nicht nur die Kinder die Möglichkeit die Umgebung des Kinderbauernhofes kennen zu lernen, sondern auch die Tiere eine Menge Spaß. Man konnte zum Beispiel den Schweinen zusehen, wie sie ein genüssliches Bad im Fleet nahmen. Und da soll noch einer sagen “Schweine seien dreckige Tiere”. Für die passende Ausrüstung eines echten “Tenever-Indianers” wurde auch so schnell wie möglich gesorgt. So wurden gleich am ersten Tag die lebensnotwendigen Pfeile und Bögen gebaut und bunter Indianerschmuck wurde für das richtige Aussehen gebastelt. Ach ja, es kamen beim Schießen keine Büffel zu schaden. Gut ausgerüstet konnte man am Montag seine Zeit auch auf der Hüpfburg verbringen.
Das war zwar kein original Indianerabenteuer, machte den Kindern aber riesigen Spaß. Die Kinder, die nicht gerade mit den Bastelaktionen beschäftigt waren, konnten die ganze Woche am Bau eines echten Lehmofens mithelfen. Leider konnte dieser, trotz aktivem Mithelfens, Ende der Woche noch nicht eingeweiht werden. Bald ist es jedoch so weit und wir werden köstliches Brot oder Pizza in ihm backen können. Für die richtige Atmosphäre sorgten auch die großen Prärie-Bilder, die die Kinder zusammen mit dem Alkoholfreien Jugendcafe malten oder die Stockpferde, mit denen die Kinder einen “Ausritt” unternehmen konnten. Die “Indianer”, die schwimmen konnten, bauten sich tolle Flöße und genossen dann am Mittwoch die Bootsfahrt auf dem nahe liegendem Bultensee. Auch der leichte Nieselregen konnte kein Kind davon abhalten, solche Ausflüge zu unternehmen. Ein Trommeln durchbrach zwischendurch das Gewusel. Bunt bemalte, aus Butterbrotspapier und Tontöpfen erstellte Trommeln, gaben den Rhythmus an. Aus Ton wurden Ketten und Figuren geknetet, man bastelte Traumfänger, und Webrahmen- Mandalas wurden aus den verschiedensten Naturmaterialien geflochten.
Zum Ende jeden Tages gab es ein gemütliches Feuer, um das man sich versammeln konnte. Leider wurde dieses auch an einem Tag vom “Regengott” vereitelt. Das Wetter spielte also doch nicht so richtig mit, das tat der Atmosphäre jedoch keinen Abbruch. Nur konnte in den Sommertipis nach 2 Tagen nicht mehr geschlafen werden, weil sich die Temperaturen des nachts auf ungemütliche Grade senkten und Tropfen von der Decke perlten. Dann wurde eben im Haus geschlafen. Auch für Essen war gesorgt. Die “Bremer Tafel” verschaffte dem Hof und seinen Besuchern ein umfangreiches Angebot an Brot, Aufschnitt, Getränken, Süßigkeiten, usw... Es wurde kräftig gegessen und getrunken. Zum krönenden Abschluss wurde am Donnerstag eine riesige Indianer-Olympiade veranstaltet, an dem fast alle Kinder teilnahmen. Es wurden Spiele gespielt und Fragen beantwortet, es gab Bogenschießen und Speerwerfen und zur Stärkung gab es Bratwurst und Pizza für alle. Im Großen und Ganzen war also auch in diesem Jahr das Sommercamp ein Riesenerfolg. Wir möchten allen Mitarbeitern und Helfern nochmal einen großen Dank aussprechen. VIELEN DANK und bis zum nächsten Sommer!
