Unsere Tiere


Weltweit wurde inzwischen erkannt, dass mit den wöchentlich aussterbenden Rassen genetisches Potenzial unwiederbringlich verloren geht. Die alten Rassen tragen, im Gegensatz zu den heute meist verwendeten Industrierassen, noch viele Erbanlagen ihrer wilden Vorfahren in sich. Das ermöglicht ihnen z.B. eine optimale Anpassungsfähigkeit an die Standortfaktoren, Bodenbeschaffenheit, Futterqualität und Wirtschaftsweise. Durch ihre robuste Gesundheit verursachen sie kaum Tierarztkosten und können ohne teure Stalltechnik im Freien gehalten werden. Noch bis zum zweiten Weltkrieg war eine Mehrfachnutzung der landwirtschaftlichen Haustiere üblich. Rinder leisteten Feldarbeit, lieferten Milch und Fleisch und von Schweinen wurde nicht nur das Fleisch genutzt, sondern auch die Borsten, das Fett für Lampen und sogar die Blase wurde verwendet, z.B. als Tabaksbeutel oder Pergament für Dokumente. Durch den veränderten Konsum begann eine einseitig auf ein Leistungsmerkmal und die industrielle Massentierhaltung ausgelegte Vermehrungspraxis mit vielfältigen Degenerationserscheinungen und daraus folgendem Leid für die Tiere. Eine systematische Zucht wurde durch die Verdrängungskreuzung fast vollständig zerstört. Nun ist es nicht mehr so wichtig, dass die Tiere gesund bleiben, denn in der betriebswirtschaftlichen Kostenrechnung sind die Erzeugungskosten in der Massentierhaltung trotz Medikamenten immer noch geringer als bei der Traditionellen Landwirtschaft ,und ein gewisser "Schwund" fällt nicht mehr ins Gewicht. Seit dieser Zeit wird übrigens auch von Nutz- statt von Haustieren, mit denen die Tierhalter früher in Gemeinschaft lebten, gesprochen. Erst seit Ende des letzten Jahrtausends findet hier ein Umdenken statt.